Eine Kreditkarte mit nachträglicher Abrechnung kann bei schwacher Bonität schwer zugänglich sein. Prepaid-Karten funktionieren anders: Sie werden zuerst mit eigenem Guthaben geladen und bieten dadurch eine praktische Möglichkeit für Zahlungen mit klarer Ausgabengrenze.

Der entscheidende Unterschied zwischen Kredit- und Prepaid-Karten

Bei einer klassischen Kreditkarte werden Zahlungen häufig später abgerechnet oder über eine eingeräumte Kreditlimite finanziert. Dadurch entsteht für den Anbieter ein Ausfallrisiko. Eine Prepaid-Karte muss dagegen vor der Nutzung mit Guthaben geladen werden. Ausgegeben werden kann grundsätzlich nur der aufgeladene Betrag; eine Überziehung ist nicht möglich.

Für Personen mit negativen Zahlungseinträgen oder eingeschränkter Bonität ist diese Unterscheidung wichtig. Eine Prepaid-Karte ist kein Kredit und ersetzt eine Karte mit Kreditlimite nicht in jeder Situation. Sie kann jedoch die Budgetkontrolle erleichtern, weil der verfügbare Betrag von Anfang an feststeht.

Warum Kreditlimiten eine Prüfung auslösen

Kredit- und Wirtschaftsauskunfteien können in der Schweiz Informationen zur wirtschaftlichen Tätigkeit, Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit von Privatpersonen sammeln und an Stellen mit berechtigtem Interesse weitergeben. Dazu zählen unter anderem Angaben zum Zahlungsverhalten, zu Betreibungen und zu bestehenden Kreditverpflichtungen.

Die Informationsstelle für Konsumkredit, kurz IKO, nennt eine Abfragepflicht bei Konsumkrediten, Leasingverträgen, Kredit- und Kundenkarten mit eingeräumter Kreditlimite sowie bei Überziehungslimiten auf laufenden Konten. Vor der Bewilligung muss der Anbieter prüfen, ob die finanzielle Belastung tragbar ist. Eine als Kreditkarte bezeichnete Karte ist daher nicht automatisch ohne Prüfung erhältlich, wenn sie eine echte Kreditoption enthält.

ZEK-Daten vor weiteren Anträgen kontrollieren

Die Zentralstelle für Kreditinformation, ZEK, registriert positive und negative Meldungen zu Kredit-, Leasing- und Kreditkarteninteressenten sowie zu Verpflichtungen und Bonität von Karteninhabern. Mögliche Einträge betreffen laufende oder abgelehnte Gesuche, Karteninformationen, gesperrte Karten und Vertragspartnerprobleme.

Abgelehnte Kartenanträge werden nach dem ZEK-Reglement grundsätzlich drei Jahre gespeichert. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Sperrfrist bereits nach sechs Monaten enden. Die genaue Dauer hängt vom Ereignis und vom Ablehnungsgrund ab.

Wer die gespeicherten Angaben prüfen möchte, kann schriftlich eine Auskunft bei der ZEK verlangen. Erforderlich ist ein Identitätsnachweis, etwa eine gut lesbare Kopie einer Identitätskarte oder eines Passes. Die Auskunft erfolgt normalerweise kostenlos und schriftlich innerhalb von 30 Tagen. Falsche Daten können berichtigt werden; dafür ist in der Regel die Kreditgeberin zu kontaktieren, die den Eintrag gemeldet hat. Vor mehreren neuen Anträgen kann eine solche Kontrolle sinnvoll sein.

Swiss Bankers Life als aufladbare Option

Swiss Bankers beschreibt die Life Prepaid-Karte als Angebot, bei dem keine Bonitätsprüfung erforderlich ist. Auch ein negativer Betreibungsregistereintrag schliesst die Beantragung laut Anbieter grundsätzlich nicht aus. Ein Nachweis eines regelmässigen Einkommens ist nach den Anbieterangaben ebenfalls nicht notwendig.

Die Life-Karte ist ab 16 Jahren erhältlich. Personen ab 12 Jahren benötigen die Bevollmächtigung einer gesetzlichen Vertretung. Für Registrierung und Identifikation werden eine gültige Schweizer Identitätskarte, ein Pass oder eine gültige Schweizer Aufenthaltsbewilligung benötigt.

Die Karte gibt es als physische und digitale Variante. Für die physische Life-Karte nennt Swiss Bankers eine Jahresgebühr von CHF 45. Life Digital kostet laut Anbieter CHF 2.90 pro Monat. Der minimale Ladebetrag liegt bei CHF 100, der maximale Kartensaldo grundsätzlich bei CHF 10’000 und hängt von der Identifikationsstufe ab.

Travel Prepaid und PostFinance Mastercard Value im Vergleich

Die Travel Prepaid-Karte von Swiss Bankers wird ebenfalls ohne Bonitätsprüfung angeboten, ist ab 16 Jahren erhältlich und hat keine Jahresgebühr. Sie kann in CHF, EUR und USD geführt werden und eignet sich für Zahlungen im Alltag sowie auf Reisen. Die Swiss-Bankers-App zeigt Zahlungen in Echtzeit an. Unterstützt werden unter anderem Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay. Für bestimmte Bargeldbezüge ist eine physische Karte erforderlich.

Die PostFinance Mastercard Value setzt Wohnsitz in der Schweiz oder in Liechtenstein, ein Mindestalter von 12 Jahren und ein privates CHF-Konto bei PostFinance voraus. Die Jahresgebühr beträgt CHF 50. Mit den Bankpaketen SmartPlus, SmartStudents oder SmartYoung ist die Karte kostenlos. Die Erstladung muss mindestens CHF 100 betragen, das maximale Guthaben beträgt CHF 10’000.

Bei Auslandtransaktionen und Onlinekäufen bei ausländischen Händlern fällt ein Zuschlag von 1,7 Prozent an. Bargeldbezüge kosten 3,5 Prozent, mindestens jedoch CHF 10, und sind auf CHF 1’000 pro Tag begrenzt. Die Karte kann nicht ins Minus fallen.

Einsatzgrenzen und Warnzeichen bei Angeboten

Prepaid-Karten können bei Hotel- oder Mietwagenkautionen, bestimmten Abonnements, Offline-Zahlungen oder Händlern mit nachträglicher Belastung abgelehnt werden. Vor einer Bestellung sollten deshalb Auflade-, Fremdwährungs-, Bargeldbezugs-, Ersatzkarten- und mögliche Inaktivitätsgebühren geprüft werden.

Wer nach Learn About Schweizer Kreditkarten Für Schlechte Bonität sucht, sollte Werbeaussagen sorgfältig einordnen. Eine Prepaid-Karte auf Guthabenbasis ist etwas anderes als ein Kreditprodukt mit Limite. Vorauszahlungen, hohe Vermittlungsgebühren und unrealistische Versprechen gelten als Warnzeichen. Bei akuten finanziellen Schwierigkeiten kann eine Budget- oder Schuldenberatung sinnvoller sein als eine zusätzliche Kreditaufnahme.

Fazit: Kartenart und Kosten sorgfältig abgleichen

Für Personen mit eingeschränkter Bonität stehen vor allem aufladbare Prepaid-Karten als prüfenswerte Möglichkeit im Mittelpunkt. Swiss Bankers und PostFinance nennen unterschiedliche Voraussetzungen, Gebühren und Einsatzbereiche. Eine ZEK-Auskunft kann vor weiteren Anträgen Klarheit schaffen. Wer Guthaben, Kosten und Nutzungslimits vergleicht, kann eine sachkundige Entscheidung treffen und die eigenen Ausgaben besser steuern.Sources:

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